Als wir im Jahr 2007 in der Realtà erstmals über das im mittelfränkischen Burgoberbach ansässige Unternehmen Nürminger berichteten, war schon viel von Wandel und neuen Geschäftsideen die Rede. „Vom Fliesenfachgeschäft zum Bau- und Renovierungshaus“, so lautete damals das Motto von Nürminger. Nach nunmehr über 10 Jahren hatten wir erneut Gelegenheit, das Unternehmen in Burgoberbach zu besuchen und uns über die neuesten Weiterentwicklungen zu informieren.

Herr und Frau Nürminger mit Tochter Anna
und den beiden Söhnen Marco und Frank.

„Nichts ist beständiger als der Wandel!“ – diese Weisheit, mal dem Griechen Heraklit, mal dem Engländer Charles Darwin zugeschrieben, passt perfekt, um die jüngsten Entwicklungen im Hause Nürminger zu beschreiben. Denn viel hat sich speziell in den letzten Jahren bei der „Nürminger Group“ – wie sich das Unternehmen heute nennt – getan. So steht Manfred Nürminger nach wie vor an der Spitze der Geschäftsführung. Ihm zur Seite stehen mit der Tochter Anna und den Söhnen Marco und Frank aber bereits die bestens ausgebildeten Vertreter der nächsten Generation und garantieren, dass Nürminger auch in Zukunft ein familiengeführtes Unternehmen bleibt. Geblieben ist auch das Firmenmotto „Wir verwirklichen Lebensträume“. Allerdings bezieht sich dies heute nicht mehr allein auf Bäder und Innenräume, sondern gilt vielmehr für ganze Immobilen – wie wir in nachfolgenden Gespräch im Hause Nürminger erfahren konnten.

Frage:

Herr Nürminger, beschreiben Sie doch bitte kurz die Entwicklung, die Sie mit Ihrem Unternehmen in den letzten Jahren eingeschlagen haben.

Manfred Nürminger:

Zunächst haben nicht nur wir uns verändert und neu aufgestellt, sondern der Baumarkt, und hier speziell der Fliesenmarkt, hat sich verändert. Begonnen hat dies mit dem Wegfall der Meisterpflicht im Jahr 2006. In Folge davon sind viele neue, meist sehr kleine Verlegebetriebe auf den Markt gekommen und die Umsätze und vor allem Preise im Fliesensektor haben plötzlich nicht mehr gestimmt. All dies hat uns veranlasst, noch intensiver über neue Geschäftsfelder nachzudenken.

 

Frage:

Bedeutet dies, dass die Fliese bei Ihnen keine große Rolle mehr spielt?

Manfred Nürminger:

Nein – die Fliese spielt bei uns nach wie vor eine ganz zentrale Rolle, schließlich haben wir uns im Jahre 1983 in Gunzenhausen- Maicha als die „Fliesen Nürminger GmbH“ gegründet. So gibt es auch heute in unserer Handwerkergruppe nach wie vor sieben Fliesenleger. Sie arbeiten allerdings weniger bei externen Kunden, sondern überwiegend für unsere eigenen Projekte. Dies hängt eng mit den neuen Geschäftsfeldern zusammen, die wir in den letzten Jahren entwickelt und mit denen wir immer wieder neue Schwerpunkte in unserer Arbeit gesetzt haben. Schwerpunkte, die uns von anderen unterscheiden und die uns ein klares und eigenständiges Profil geben.

 

Frage:

Können Sie uns diese neuen Schwerpunkte etwas näher beschreiben?

Manfred Nürminger:

Gerne. Schon bei der Eröffnung des Bauund Renovierungszentrums in Burgoberbach haben wir mit dem Zusatz „Handwerk & Design“ auch nach außen einen klaren Schwerpunkt gesetzt. Dahinter steht die Überlegung, dass bei Renovierungen ja stets die unterschiedlichsten Handwerkstätigkeiten anfallen. Aus dieser Erfahrung reifte der Plan, ein Handwerkszentrum mitsamt einer großen Erlebnisausstellung zu schaffen, um den Kunden Laufwege und Zeit zu ersparen. Diese Idee haben wir 2005 hier in Burgoberbach realisiert. Seitdem finden die Kunden hier auf einer 5.000 m² großen Ausstellungsfläche alles unter einem Dach – von Fliesen und Natursteinen, Küchen- und Badmöbel über Kachelöfen bis hin zu Wellness-Oasen mit Sauna- und Poollandschaften. Dazu stehen unsere Wohnraumberater den Kunden mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum geht, sich neu einzurichten. Dies hat sich dann auch in unserem Namen ausgedrückt, der 2008 in „Nürminger Immo & Konzept GmbH“ umgewandelt wurde. Seit 2011 gibt es dann die „Nürminger Group“, zu der auch die 2015 gegründete Nürminger Projektbau GmbH & Co. KG oder die 2017 ins Leben gerufenen Nürminger Wohn- und Projektimmobilien GmbH gehören. Und natürlich auch unser jüngstes Kind, die renosys GmbH & Co. KG. Gerade mit letzterem, einem Franchise-System für schlüsselfertiges Renovieren, welches mein Sohn Marco entwickelt hat, sind wir aktuell dabei, einen weiteren, nicht nur für uns, sondern auch für die Branche zukunftsweisenden Schritt zu machen.

 

Frage:

Was verbirgt sich ganz konkret hinter dem Namen „renosys“?

Marco Nürminger:

Bei renosys handelt es sich wie gesagt um ein Franchise Lizenz-System für Baumärkte, dass sich sowohl an Handwerker, als auch an Bauträger und Architekten richtet. Mit renosys kann man den Kunden ganzheitliche, schlüsselfertige Renovierungen nicht nur von Bädern, Wohnräumen und Küchen, sondern auch von ganzen Häusern anbieten.

 

Frage:

Sehen Sie hier zunehmenden Bedarf? Wünschen die Kunden überhaupt so etwas?

Marco Nürminger:

Absolut – Komplettlösungen werden heute von den Kunden mehr denn je nachgefragt. Sie wünschen sich vor allem „alles aus einer Hand“, denn bislang mussten Bauherren und Renovierer einzelne Gewerke von unterschiedlichen Fachfirmen oder Handwerkern durchführen lassen. Daher haben wir bei uns schon vor einiger Zeit ein schlüsselfertiges Festpreisangebot ohne versteckte Kosten geschaffen. Es gibt dabei nur einen Ansprechpartner für alle beauftragten Gewerke, einen terminlich koordinierten Bau stellenablauf sowie einen fixierten Fertigstellungstermin. Dazu kommt die persönliche Beratung in unserem 5.000 m² großen Bemusterungszentrum und eine Konzept- und Planerstellung mit Innenarchitekturleistungen. All dies unter Einsatz qualitativ hochwertiger Produkte namhafter Markenhersteller. Dahinter stehen bei uns über 30 Jahre Erfahrung in Sanierung von Bädern, Wohnungen und Häusern. All dies bieten wir unseren Partnern jetzt auch mit renosys.

Manfred Nürminger:

Um es noch zu präzisieren: renosys bildet also eine alles umfassende, transparente Kommunikationsplattform für Baumarkt, Handwerker und Kunden. Diese Kommunikationsplattform stellt wiederum der Baumarkt kostenpflichtig seinen zertifizierten Handwerkspartnern zur Verfügung. So lassen sich beispielweise schnelle Kalkulationen erstellen, die dann in der Folge zu einfachen Verkaufsabschlüssen führen. Der Kunde kann sich in einem speziell für ihn geschaffenen Teil der Kommunikationsplattform aktiv mit einbringen und hat für seine komplette Renovierungsmaßnahme nur einen einzigen Ansprechpartner. Das ist genau das, was Kunden in der Zukunft wünschen.

Marco Nürminger:

Speziell dem Baumarkt bieten wir ein komplettes Servicepaket an, welches er ohne großen Aufwand umsetzen kann und von dem er sehr stark profitiert. Die Aufträge werden dabei ganz komfortabel über die bereits angesprochene, zentrale Kommunikationsplattform erteilt und abgewickelt. Darüber hinaus werden die Baumarktmitarbeiter von uns so geschult, so dass ein reibungsloser Ablauf zwischen Kunden, Baumarkt und Handwerker entsteht. Renosys für Baumärkte bündelt alle für die Renovierung notwendigen Gewerke und Materialien. Für den Verbraucher ergibt sich daraus ein einziges Produkt zum Festpreis, das er sich direkt vor Ort beim Baumarkt oder EDV-gestützt zusammenstellt. Und über unsere renosys Akademie bilden wir zudem Fachleute aus, die wir speziell schulen und auf verschiedenen Leveln zertifizieren. Damit kann der Baumarkt wiederum fachmännische Arbeiten auf einem hohen Niveau anbieten und so ein eigenes, nicht vergleichbares Profil entwickeln.

 

Frage:

Und welchen Nutzen hat der Handwerker?

Marco Nürminger:

Der Handwerker benötigt keine Auftragsaquise, er profitiert von einem vergünstigten Einkauf und er hat nur noch einen Lieferanten für alle Produkte.

 

Frage:

Welche weiteren neuen Geschäftsfelder gibt es darüber hinaus bei Ihnen? Und können Sie uns dazu einige Beispiele nennen?

Manfred Nürminger:

Zu nennen wäre die hier oben bereits erwähnte Projektierung und Entwicklung von Grundstücken. Die Beispiele reichen von der Projektierung des Milchhof Carré in Ansbach, dem kompletten Umbau der ehemaligen Schule in Unterwurmbach zu mehreren Wohneinheiten bis hin zum aktuellen Bauvorhaben in Streudorf, einem Ortsteil der Stadt Gunzenhausen – um nur einige ganz wenige Beispiele zu nennen. Und dann ist da natürlich noch unser „jüngstes Kind“, das Velodrom in Nürnberg.

 

Frage:

Stichwort Velodrom. Bei unserem letzten Besuch stand das Thema Radsport ja noch ganz stark im Fokus. Wie sieht es heute damit aus? Und um was genau geht es bei dem Projekt Velodrom?

Immer noch präsent: Die Erinnerung an das frühere, von
MAPEI mitgesponserte, Nachwuchs-Radteam.

Manfred Nürminger:

Der Radsport und seine Förderung spielt natürlich auch noch heute bei uns eine große Rolle, auch wenn es das damalige, von MAPEI mit gesponserte Nachwuchs- Team seit längerer Zeit schon nicht mehr gibt. Dafür beschäftigen wir uns heute im Rahmen unserer Aktivitäten im Immobilienbereich mit einem etwas anderem Förderungsprojekt, nämlich dem geplanten neuen Velodrom in Nürnberg. Der Hintergrund ist der, dass wir in unserer Familie nicht nur seit Generationen mit dem Radsport, sondern vor allem auch mit dem Verein Sportplatz Nürnberg 1903 e.V. samt seiner Radrennbahn sehr eng verbunden sind.

Marco Nürminger:

Dazu muss man wissen, dass sich die alte, traditionsreiche Nürnberger Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller in stark sanierungsbedürftigem Zustand befindet. Die Kosten für eine umfassende Renovierung, die notwendig wäre, übersteigen jedoch die finanziellen Möglichkeiten des Vereins. Die bestehende, offene 400-Meter-Bahn ist außerdem für den Bahnradsport nicht mehr zeitgemäß. Wir, genau gesagt die Nürminger Immo & Konzept GmbH, haben daher das Gelände des Vereins Sportplatz Nürnberg 1903 e.V. erworben, um es für eine Wohnbebauung zu projektieren. Das Geld, welches der Verein aus dem Verkauf des Grundstückes erwirtschaftet, soll dazu verwendet werden, um ein neues, komplett überdachtes und multifunktionelles Velodrom in Nürnberg zu errichten.

Manfred Nürminger:

Die Stadt Nürnberg hat im November vergangenen Jahres den Zuschlag als Bundesstützpunkt Radsport in den Bereichen „Kurzzeit / Ausdauer – Straße – Bahn – MTB“ erhalten. Hierfür wird natürlich auch eine entsprechende Trainings- und Wettkampfstätte benötigt. Diese soll mit dem „Velodrom Nürnberg“ entstehen, einer Radsporthalle nach olympischen Standard, auf der internationale wie nationale Meisterschaften ausgetragen werden können. Das Projekt knüpft perfekt an die langjährige Radsporttradition der Zweiradstadt Nürnberg an und könnte bereits im Jahr 2020 fertiggestellt sein; denn die Entwürfe wurden ja bereits durch das Architekturbüro Peter Lüftner aus Igensdorf sowie meiner Tochter Anna Nürminger- Gulden erstellt, die wie auch meine beiden Söhne Marco und Frank selbst mehrere Jahre aktiv Radrennen fuhr.

 

Frage:

Sie arbeiten ja schon sehr lange erfolgreich mit MAPEI zusammen. Wie ist es eigentlich dazu gekommen? Manfred Nürminger:

Ja – die Zusammenarbeit besteht in der Tat schon seit vielen Jahren. Begonnen hatte sie bereits im Jahre 1996 auf der Messe in Bologna. Da beide Familien in besonderem Maße radsportbegeistert sind, hatten wir sofort ein gemeinsames Thema und arbeiteten hier auch – wie schon oben erwähnt – erfolgreich zusammen. Aber wir haben natürlich auch schnell erkannt, dass auch die Produkte und der Service von MAPEI perfekt zu unserem, damals noch von der Fliese und deren Verlegung dominierten Geschäft passen.

 

Frage:

Und daran hat sich doch sicher trotz aller

Veränderungen am Markt nichts geändert?

Manfred Nürminger:

Ja – das ist bis heute so geblieben und eine Konstante in unserem sonst so von ständiger Veränderung geprägten Geschäft. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass nicht nur – wie schon oben gesagt – die Produkte und der dazu gehörige Service von MAPEI passen, sondern dass auch unsere Philosophie und die von MAPEI übereinstimmen, vor allem, wenn es um höchste Qualitätsstandards und perfekte handwerkliche Leistungen geht.

 

Quelle: RealtaMAPEI Deutschland 23/2019 Text: Werner Roßkopf, Bilder: Werner Roßkopf